Zukunft und Fisch

Was bedeutet eigentlich Nachhaltigkeit? Und was hat das mit Fisch zu tun?

Zukünftige Schwerpunkte und Zielsetzungen

Der Aquaponik-Kooperationsvertrag für Urban Farming zwischen dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und der Firma ECF Farmsystems GmbH ist zum Jahresende 2014 ausgelaufen. Die Partner haben im Rahmen ihrer Zusammenarbeit festgestellt, dass sie in Zukunft unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte und Zielsetzungen verfolgen möchten. IGB und ECF haben sich daher gemeinsam darauf verständigt, die Kooperation nicht fortzusetzen. >>

 

Neue Tomatenfisch-Broschüre auf Deutsch und Englisch erschienen!

Die neue Tomatenfisch-Broschüre ist da! Sie kann auf Deutsch und Englisch in unserem Download-Bereich kostenfrei heruntergeladen werden.

tl_files/tomatenfisch/bilder/broschuere screenshot_158.jpg

Neues großes EU-Projekt für den Tomatenfisch!

Der Tomatenfisch wird jetzt mit mehreren Anlagen in einem EU-Großprojekt verwirklicht! Hier ist der Direktlink zu unserem INAPRO-Projekt.

tl_files/tomatenfisch/bilder/130326 logo 2 white bg_158webTF.jpg

ASTAF-PRO ist "Ausgezeichneter Ort" 2013/14!

Der Tomatenfisch ist "Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen" 2013/14! >>

tl_files/tomatenfisch/bilder/deutschland land der ideen158.gif

Kindergeschichte zum Tomatenfisch erschienen

Das IGB hat eine Kindergeschichte über den Tomatenfisch veröffentlicht! >>

Tomatenfisch gewinnt Forschungspreis

Tolle Nachrichten: Das Tomatenfisch-Projekt (ASTAF-PRO) gewinnt den Forschungspreis "Nachhaltige Entwicklungen"! >>

Was ist ein Tomatenfisch?

 

Am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) haben Forscher in einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt ein Verfahren entwickelt, mit dem gleichzeitig Fisch und Tomaten in einem geschlossenen Gewächshaus ressourcensparend und unter nahezu emissionsfreien Bedingungen produziert werden können. Man macht sich dabei die Tatsache zu Nutze, dass die Fische und Pflanzen ganz ähnliche Umweltbedürfnisse für ihr Wachstum haben – zum Beispiel die Vorliebe für Temperaturen um 27 Grad. Weil beide Arten so gut zueinander passen, hat man sie in einem Begriff zusammengefasst und das Projekt „Tomatenfisch“ genannt.

Mit ASTAF-PRO die Fisch- und Gemüseproduktion optimal verknüpfen

Das im Projekt eingesetzte technische System „ASTAF-PRO“ (Aquaponik-System zur emissionsfreien Tomaten- und Fisch- Produktion) besteht aus einem Gewächshaus, in dem  jeweils ein Aquakultur- und Hydroponik-Kreislauf installiert sind. Ein patentiertes System reguliert die Flüssigkeitsströme zwischen den beiden Teilbereichen der Anlage. Diese werden nur bei Bedarf über ein Einwegventil, das Wasser aus dem Fischkreislauf in Richtung Hydroponik strömen lässt, miteinander verbunden. So können in beiden Teilsystemen die jeweils optimalen Wachstumsbedingungen hergestellt werden. Sollte zum Beispiel im Pflanzenkreislauf ein Nährstoffdefizit auftreten, könnte dort regelnd eingegriffen werden, ohne die Fische einem höheren Nährstoffgehalt auszusetzen.

tl_files/tomatenfisch/bilder/tomate doppel 476.jpg

Giftstoffe in wertvollen Pflanzendünger verwandeln

Für Fischgesundheit und Wachstum ist sauberes Wasser besonders wichtig. Das Brauchwasser wird aus den Tanks abgesaugt und zunächst in einem Grobfilter von Feststoffen befreit. Anschließend befindet sich jedoch noch Ammonium im Wasser – ein Stoffwechselprodukt der Fische, das über die Kiemen ausgeschieden wird und in zu hoher Konzentration für die Fische schädlich ist. In die Kreislaufanlage ist ein Biofilter integriert, der von Bakterien besiedelt ist. Dort wird das Ammonium zu Nitrat abgebaut, dieser Prozess wird „Nitrifikation“ genannt. Das Nitrat ist ein exzellenter Dünger, der das Wachstum der Tomatenpflanzen beschleunigt.

tl_files/tomatenfisch/bilder/Tomatenfisch_Grafik476.jpg

Hydroponik und Nährfilmtechnik

Für die Hydroponikanlage wird ein so genanntes Nährfilmtechnik-System (NFT) eingesetzt. Die Pflanzen wurzeln dabei nicht in Erde, sondern in Mineralwolle. Durch die Pflanzrinnen fließt ein gleichmäßiger und dünner Nährlösungsfilm, der aus dem aufbereiteten Wasser des Fischkreislaufs besteht. Dieser Nährfilm wird direkt von den Pflanzenwurzeln aufgenommen, überschüssige Flüssigkeit fließt zurück in den NFT-Vorratstank. Um Algenwachstum zu vermeiden, werden die Rinnen mit Schwarz-Weiß-Folie abgedeckt. So können auch keine organischen Abfälle von den Tomatenstauden in die Pflanzrinnen gelangen. Das erdfreie Anpflanzen hat zudem den Vorteil, dass kaum pflanzliche Krankheitserreger ins System gelangen können.

Wasserreinigung und Rückgewinnung

Die Pflanzen entziehen dem Wasser, das sie über die Wurzeln aufnehmen, die enthaltenen Nährstoffe. Das überschüssige Wasser geben die Tomaten über ihre Blätter als unsichtbaren Wasserdampf an die Umgebungsluft ab – sie „schwitzen“ das gereinigte Wasser aus. Mit so genannten „Kühlfallen“ in der Klimaanlage kann der Wasserdampf dann der Gewächshausatmosphäre entzogen werden. Das Prinzip beruht auf Kondensation: Das gasförmige Wasser wird abgekühlt und dadurch wieder flüssig. Anschließend kann es dann in einen Vorratstank geleitet werden. Bei Bedarf wird dieses gereinigte Wasser wieder der Aquakulturanlage zugeführt, das verringert den täglichen Verbrauch auf unter drei Prozent Frischwasser.

Klimafreundliche Gemüse- und Fischproduktion: Weitere Forschungsperspektiven

Auch das Kohlendioxid (CO2), das die Fische ausatmen, kann von den Pflanzen aufgenommen, für ihr Wachstum genutzt und in Sauerstoff umgewandelt werden. Wird die nötige Betriebsenergie für die Gesamtanlage aus regenerativen Quellen wie Wind, Sonne oder Biomasse gespeist, arbeitet das ASTAF-PRO-System nahezu ohne klimaschädliche Emissionen.

Trotz der bisherigen, hervorragenden Ergebnisse geben sich die IGB-Forscher nicht zufrieden. Derzeit arbeiten sie im EU-Projekt INAPRO weiter daran, das System noch effizienter gestalten und in die Praxis der bisherigen Nahrungsmittelproduktion zu integrieren.

Unsere Facebookseite Wissenschaftsjahr Forschungsbörse